Müde Augen mit zuneh­mendem Alter

Müde Augen kennt man kaum in jungen Jahren. Nor­ma­ler­weise ermüden die Augen auch bei inten­sivem und stun­den­langem Lesen nicht. Auch langes Auto­fahren berei­tete keine Pro­bleme.

Doch auf einmal  mit zuneh­mendem Alter hat sich das geän­dert. Wir bekommen beim Lesen schneller müde Augen.  Tränen der Augen und Über­las­tung stellen sich ein. Die Augen brennen,

Was ist der Hin­ter­grund für diese Ver­än­de­rung?

Um das zu ver­stehen, muss man sich die Vor­gänge beim Lesen und Sehen noch einmal vor Augen führen.  Die Licht­strahlen werden von der Horn­haut und der Linse gesam­melt und fallen im Ide­al­fall auf die Stelle des schärfsten Sehens, die Macula. Hier in den Zapfen und Stäb­chen werden die Licht­strahlen in einen Ner­ven­im­puls umge­wan­delt, der über den Seh­nerv, Seh­strah­lung in  Seh­r­inde des Hin­ter­haupt­ge­hirns geleitet wird. Dort findet die eigent­liche Bild­ver­ar­bei­tung statt. Und von der Seh­r­inde werden dann die ein­zelnen Struk­turen des Auges gesteuert, um das Bild zum Bei­spiel scharf zu stellen.

Was ändert sich nun im Laufe des Lebens?

Einmal können  sich bin­de­ge­we­bige Struk­turen im Auge ver­än­dern. Das kann die Horn­haut­ver­krüm­mung ver­ändern und auch die Brech­kraft des Auges beein­flussen.

Zum anderen wird die Linse im Auge im Laufe des Lebens unelas­ti­scher und härter. Die Linse hängt an einem Ring­muskel und ist mit Auf­hän­ge­fäden befes­tigt. Zieht sich der Ring­muskel zusammen, lockert sich die Auf­hän­gung und die Linse wird runder und dicker. Damit wird das Licht stärker gesam­melt.

Diesen Vor­gang nennt man Akkom­mo­da­tion oder Nahe­in­stel­lungs­re­ak­tion.

Im Lauf des Lebens kann das Auge nicht mehr so leicht fokus­sieren. Das Gehirn muss sich mehr anstrengen, die Augen­mus­keln ver­krampfen. Und das ver­ur­sacht die Müdig­keit.

Denn das Auge ist ständig um das Nach­stellen der Optik wie ein auto­ma­ti­scher Dia­pro­jektor bemüht. Und bei einer Horn­haut­ver­krüm­mung muss das Auge ständig zwi­schen zwei Brenn­punkten nach­stellen. Die Ver­span­nung und Ver­kramp­fung des Cili­ar­mus­kels und die daraus fol­gende Über­las­tung führt zum Brennen, Tränen und Über­mü­dung der Augen.